Wie sinnvoll sind Wasserfilter?

Sind Wasserfilter sinnvoll? Kann ich direkt Wasser aus dem Wasserhahn trinken? Wenn ich schon Wasser filtern möchte, welcher Filter ist sinnvoll? Lesen Sie hier die Antworten.

Inhalt

Wie sinnvoll sind Wasserfilter?

Das Trinkwasser in Deutschland ist hervorragend.
Nach der Trinkwasserverordnung müssen Schadstoffen aus dem Wasser herausgefiltert werden und dies wird durch regelmäßige Kontrollen gewährleistet. Jedoch gibt es hier nur die Aufgliederung nach chemischen, mikrobiologischen und radiologischen Anforderungen. Dadurch, dass 36 Schadstoffe als Maßstab herangezogen werden, kann das Wasser als „Trinkwasser“ bezeichnet werden. Weitere Schadstoffe werden seit 2001 nicht mehr aufgenommen. Genauso kommen immer mehr unabhängige Studien heraus, die aufdecken, dass im Wasser gravierenden Verunreinigung vorhanden sind. Korrosions- und Pflanzenschutzmittel, Trihalogenmethane, Schwermetalle oder besonders viele Arzneimittelrückstände sind nur einige Schadstoffe, die gefunden wurden. Ist es also sinnvoll, Wasser zu filtern?

Sollten Sie Wasser filtern?

Das Leitungswasser in Deutschland wird häufig als das „meistkontrollierte“ Lebensmittel bezeichnet. Das stimmt natürlich, jedoch sollten Sie beachten, dass nur lediglich kontrolliert wird, was in der Trinkwasserverordnung steht. Was sagt die Formulierung ‚meistkontrolliert‘ also tatsächlich aus? Grenzwerte, die gesetzt werden, bedeuten nicht zwangsläufig, dass auch alle hochgiftigen Schadstoffe auch berücksichtigt werden. Glyphosat und Paraquat (regional 40%iger Anstieg schwerer und schwerster Nierenerkrankungen), seien an dieser Stelle erwähnt, ist nicht nur im ländlichen Raum problematisch. Eine Vielzahl verschiedener chemischer und organischer Substanzen bleiben unberücksichtigt, kritisieren Experten immer wieder. Interessant ist auch die Frage: was machen verschiedene EINZEL-Substanzen, die die wenigen Grenzwerte unterschreiten, im Vergleich zu deren GESAMT-Menge aus?
Die Wasserwerke halten sich selbstverständlich streng an die Trinkwasserverordnung, jedoch spielt auch der kilometerlange Weg von dort zu Ihrem haus- oder wohnungseigenen Wasserhahn eine oft übersehene Rolle. So kommt es häufig vor, dass auf diesem langen Weg Verunreinigungen stattfinden, von Keimen bis zu gelösten Schwermetallen. Hierfür ist dann der Hauseigentümer und nicht mehr das Wasserwerk bzw. die Kommune verantwortlich.
Es sind somit häufig rein ökonomische Aspekte von Bedeutung. Wenn die Deutschen so überzeugt vom guten Leitungswasser sind, dürfte der Mineralwasserkonsum doch eigentlich nicht so rasant steigen, oder? Besteht also doch Zweifel?
Unbestritten ist, dass das Tragen von Wasserkästen eine zeitliche, körperliche und finanzielle Herausforderung bedeutet. Genauso ist der Ressourcenverbrauch von Mehrwegflaschen enorm. Die Kosten für Werbung, die Reinigung der Flaschen, das Aufdrucken der Etiketten, der Transport durch LKW.
Das alles ist eine Belastung der Umwelt und das Wasser aus der Flasche bietet auch keine 100%ige Schadstofffreiheit. So hat Öko-Test mehrmals Rückstände von Pestiziden, Schwermetallen und Mikroplastik angeprangert.
Es deuten somit neben gesundheitlichen und ökonomischen Aspekten auch die ökologischen für das Nutzen eines Wasserfilters.

Sind Wasserfilter also sinnvoll?

Grundsätzlich ist es bedenkenlos Wasser aus dem Wasserhahn zu trinken, da durch die Trinkwasserverordnung, nach bestimmten Grenzwerten, die Wasserqualität, der Wasserwerke kontrolliert. Jedoch kommen mit der Zeit immer mehr Schadstoffe hinzu, die nicht in der Trinkwasserverordnung definiert wurden. Das Missverhältnis von untersuchten verschiedenen Fremdsubstanzen (36) zu denen, die tatsächlich im Trinkwasser sind (1400-2000), ist schon bemerkenswert. Zusätzlich gibt es Kontrollen der Verunreinigung des Wassers auf dem Weg vom Wasserwerk zu Ihrem Wasserhahn äußerst selten bzw. nur dann, wenn es bereits gesundheitliche Auffälligkeiten wie Durchfälle bei Parasiten oder Kopfschmerzen und Lungenprobleme bei Legionellen gibt.
Diese und ähnliche unsichere Faktoren sind es, die einen Wasserfilter im Interesse Ihrer Gesundheit, aber auch aus rein ökonomischer Sicht sinnvoll machen. Folgende Frage stellen sich immer mehr Menschen: Welche Wasserfilter sind sinnvoll?

Ist es sinnvoll Wasserfilter mit Aktivkohle zu verwenden?

Aktivkohlefilter binden chemische Verbindungen und Moleküle, indem sie eine extrem große Oberfläche zum Anhaften der Fremdsubstanzen bieten. Diese Art der Filter werden in der Industrie zur Abwasserreinigung sowie in Schwimmbädern zur Wasseraufbereitung genutzt.
Im privaten Gebrauch ist diese Form der Wasserfilterung gut verbreitet, vor allem von der Marke Brita. Sie finden diese Wasserfilter als Tischfilter in Form eine Kanne, als Einbaufilter direkt am Wasserhahn oder auch als Filter unter der Spüle.

Vorteile des Aktivkohlefilters

Es werden Anteile von Kalk, Pflanzenschutzmittel und Medikamentenrückstände bis zu einer bestimmten Molekülgröße für einen gewissen Zeitraum herausgefiltert.

Nachteile des Aktivkohlefilters

Nachteile: Nitrat, Nitrit, Blei oder feinere Anteile von Kalk verbleiben im Wasser ebenso Moleküle unter einer Größe von 0,001µm. Bei unregelmäßigem Fristwechsel kann es zusätzlich zu sehr hoher Keimbelastung kommen und der Filter ‚blutet aus‘, das heißt, er gibt Substanzen, die er ursprünglich zurückhielt ins Filtrat ab. Das kann bei entsprechender Grundbelastung des Hauswassers bereits ab dem 3. Tag geschehen.

Ist ein Wasserfilter mit Ionenaustausch sinnvoll?

Bei diesem Wasserfilter werden Ionen gleicher Ladung, wie Magnesiumionen, mit anderen Ionen, wie Natriumionen ausgetauscht. Sie können als Tischfilter genutzt werden oder als zentral angebrachte Anlage und somit das ganze Haus mit enthärtetem Wasser versorgen.

Vorteil des Ionenfilters

Es werden mehr Stoffe als beim Aktivkohlefilter herausgefiltert, z.B. Blei, Nitrat und Kalk

Nachteile des Ionenfilters

Bei unregelmäßigem Filterwechsel werden Schadstoffe ins Wasser abgegeben. Die Filterpatronen nicht recyclebar (Umweltschädigend)

Ist es sinnvoll, Wasser mit Membranfiltertechnik zu filtern?

Bei Membranfiltertechnik bzw. dem Umkehrosmoseverfahren wird das zu filternde Wasser durch eine feine Membran gepresst, sodass nahezu ausschließlich Wassermoleküle durchgelassen werden und andere Stoffe ab einer Molekülgröße von 0,0001µm von diesem effizienten Filtersystem abgewiesen.
Dieses Verfahren wurde in den 60er Jahren von der NASA entwickelt und wird heute erfolgreich in der Lebensmittelindustrie und auch in der Medizin benutzt. Moderner Membranfiltertechnik ist heute Standard in gut ausgestatteten Küchen. Dieses Verfahren ist in jeder Hinsicht effizient. Das gilt für Gesundheit, Zeit, Finanzen und Ökologie. Es gibt nichts Sinnvolleres und zeitgemäßeres.

Vorteile der Membranfiltertechnik

Sehr viele Fremdsubstanzen (Abweisungsrate von 95-99%) werden herausgefiltert. Zeit und Geld werden gespart, da diese Filtration unsicheres Leitungs- und Flaschenwasser ersetzt. Umweltfreundliches System, da es nur mit Wasserdruck und wenn dann nur mit sehr geringem Stromverbrauch arbeitet.

Nachteile der Membranfiltertechnik

 Herkömmliche Umkehrosmosegeräte verbrauchen um 1 Liter Trinkwasser zu erzeugen muss 2-5 Liter Leitungswasser. Das ungefilterte Wasser können Sie u.U. für Pflanzen, zum Putzen oder für die Toilettenspülung nutzen. Das Nutzverhältnis moderner Membranfilter ist deutlich besser und hat mit 1 : 0,5 – also eine bis zum 10-fachen verbesserte Leistung. Achten und erfragen Sie beim Kauf auf diesen wichtigen Aspekt.

Ist gefiltertes Wasser oder Mineralwasser sinnvoller?

Der Unterschied zur Regulierung der unterschiedlichen Wasser liegt in der entsprechenden Verordnung. Bei dem Leitungswasser greift die Trinkwasserverordnung und beim Mineralwasser die Mineral- und Tafelwasserverordnung. Die Tafelwasserverordnung besagt, dass das Wasser aus einer unterirdischen Quelle kommen und direkt vor Ort abgefüllt werden muss. In Bezug auf die Verkeimung des Tafelwassers gibt es strengere Grenzwerte als bei der Tafelwasserverordnung. Darüber hinaus gibt es keine Grenzwerte für Schwermetalle, wie Cadmium, Quecksilber, oder Blei, für Nitrat, Pestizide oder gar das Nervengift Arsen. Ebenso ist die Frequenz der Überpfüfungsintervalle geringer.
Die Fakten liegen klar auf der Hand:
Gefiltertes Leitungswasser ist im Vergleich Tafelwasser die besser Wahl.

Fazit: Reines Wasser nur mit Membranfilter

Wasserfilter sind grundsätzlich sinnvoll, da sie das Leitungswasser von Fremdsubstanzen entlasten bzw. effizient befreien und auf diese Weise der Gesundheit zuträglich sind. Bei der Frage der Art des Wasserfilters ist die Membranfiltertechnik hervorzuheben, da sie als einziges Filtersystem nahezu alle Keime und Schadstoffe zuverlässig entfernt. Nicht nur der gesundheitliche Aspekt spielt eine Rolle, sondern auch der ökonomisch-ökologisch. Im Vergleich zum Tafelwasser müssen Sie nicht die Kisten fragwürdigen Flaschen- und Tafelwassers nach Hause tragen oder liefern lassen, sondern können, mithilfe eines zeitgemäßen Systems, unbedenklich auf einfachste Weise dauerhaft Ihr reines Trinkwasser aus eigener Quelle selbst erzeugen.

Teilen:
Weitere Artikel

Schreiben Sie uns